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Kommunaler Alltagsradwegbau – Westerwaldkreis zahlt erste Fördermittel aus

Zwischen Kuhnhöfen, Arnshöfen und Obersayn rollt ein neues Kapitel für den Alltagsradverkehr an: Entlang der K 78 soll eine durchgängige Fahrradstrecke entstehen, so sieht es das Radwegekonzept des Westerwaldkreises vor. Doch der Weg dorthin war nicht ganz ohne Schlaglöcher – zumindest im übertragenen Sinn.

Ein Schritt vor, zwei zurück? Warum eine Kreisstraße zur Gemeindestraße wurde

Zunächst hatte der Westerwaldkreis die K 78 mitsamt der Ortsdurchfahrt in Obersayn sowie dem anschließenden Abschnitt bis zur Grenze der Gemarkung Arnshöfen grundlegend erneuert. Soweit, so gut. Doch kurz darauf folgte ein bürokratischer Dämpfer: Durch die sogenannte „Abstufung“ der Strecke – also die Herabstufung von einer Kreis- zu einer Gemeindestraße zwischen der B 255 und der B 8 – rutschte das Vorhaben aus dem Förderrahmen des Landes. Der ursprünglich vorgesehene Radweg entlang der Kreisstraße war damit nicht mehr förderfähig.

Pünktlich zur 500-Jahrfeier der Gemeinde Arnshöfen wurden die Arbeiten für den Ausbau des Radweges zwischen Arnshöfen und Obersayn abgeschlossen. Foto: Kreisverwaltung / Markus Krebs
Pünktlich zur 500-Jahrfeier der Gemeinde Arnshöfen wurden die Arbeiten für den Ausbau des Radweges zwischen Arnshöfen und Obersayn abgeschlossen. Foto: Kreisverwaltung / Markus Krebs

Plan B aus Arnshöfen: Radeln über Schotter mit Zukunftspotenzial

Ganz wollte man sich in Arnshöfen und der Verbandsgemeinde Wallmerod aber nicht ausbremsen lassen. Kurzerhand wurde ein alternativer Verlauf ins Auge gefasst – ein bereits existierender Schotterweg, der sich in Sichtweite zur K 78 durch die Landschaft schlängelt. Dieser konnte durch gezielten Ausbau auf rund 750 Metern zügig in einen brauchbaren Radwegabschnitt verwandelt werden.

Zukunftsausblick: Von Obersayn nach Haindorf soll’s bald glatter rollen

Doch damit nicht genug. Für die kommende Ausbaustufe steht bereits der nächste Abschnitt auf dem Plan: Der Wirtschaftsweg in der Gemarkung Obersayn soll bis zum Ortsteil Haindorf eine neue Oberfläche erhalten. Auch wenn diese Strecke eine kleine Schleife abseits der ursprünglich geplanten Route zieht, stellt sie dennoch einen wichtigen Baustein dar. Denn: Langfristig soll eine sichere und durchgängige Verbindung von Weidenhahn über Kuhnhöfen, Arnshöfen bis nach Brandscheid entstehen – wie es das Radwegekonzept vorsieht.

Fördergelder machen’s möglich – zumindest zur Hälfte

Der Ausbau der Alternativroute kostete laut Kreisverwaltung rund 64.950 Euro. Davon übernimmt der Westerwaldkreis im Rahmen seiner eigenen Radwegeförderrichtlinie immerhin 50 Prozent. Die Erste Kreisbeigeordnete Gabriele Wieland erklärte dazu, dass die Förderung des Radwegebaus ein wichtiger Schritt zur schrittweisen Umsetzung des Alltagsradwegekonzepts sei. Weitere Projekte seien bereits in Planung, und der Kreis wolle diese – im Rahmen der verfügbaren Mittel – nach eigenen Förderrichtlinien weiter unterstützen.